Die Feuerbestattung: So pietätvoll verläuft eine Kremation

Feuerbestattungen werden – besonders in Städten – immer beliebter. „Dabei geht der Beisetzung in einer Urne immer eine Einäscherung in einem Holzsarg voraus“, beschreibt der Vorsitzende des Bundesverbandes Bestattungsbedarf, Jürgen Stahl, das Prozedere und erklärt weiter: „Einen großen Stellenwert nimmt dabei der persönliche Abschied vom Verstorbenen im Rahmen einer würdevollen Zeremonie ein“, so Stahl. 

Die Trauerfeier am Sarg ist immens wichtig und hilft bei der Bewältigung dieser schweren Situation ungemein. „Besonders bei einer Feuerbestattung bietet die Abschiednahme am Sarg noch einmal die Möglichkeit, intensiv Lebwohl zu sagen. Der geliebte Mensch im geschmückten Sarg macht auch bei einer Kremation den Abschied für Angehörige, Verwandte, Freunde und insbesondere für Kinder besser greifbar“, erklärt Stahl. Zwischenzeitlich bieten auch einige Krematorien Räumlichkeiten an, in denen eine Trauerfeier abgehalten werden kann.

Abschiednahme an der Urne. Fotos(2): Rhein-Taunus-Krematorium

So verläuft die eigentliche Kremation

Nach der Abschiednahme vom Verstorbenen wird dieser durch das ausgewählte Bestattungsunternehmen vom Friedhof in das Krematorium gebracht, wo seine Daten erfasst und gespeichert werden. „Das ist unumgänglich, um mögliche Verwechslungen auszuschließen“, so Stahl. Für die Einäscherung können die gleichen Särge, wie sie auch für die Erdbestattung Verwendung finden, ganz nach dem Wunsch der Angehörigen ausgesucht werden. „Holzsärge sind bei der Feuerbestattung vorgeschrieben, denn der Sarg ermöglicht nicht nur den würdevollen Transport des Verstorbenen in das Krematorium, sondern das nachhaltig gewonnene Holz, aus dem die Särge gemacht sind, leistet bei der Feuerbestattung auch einen für den Energieaufwand der Kremation wesentlichen und gleichzeitig umweltfreundlichen Beitrag“, erklärt der Verbandsvorsitzende.

Aufgebahrter Sarg vor der Kremation.

Bis zur eigentlichen Kremierung wird der Verstorbene in den Kühlräumen des Krematoriums aufbewahrt. Nach einer vorgeschriebenen zweiten Leichenschau durch einen Amtsarzt und der erneuten Überprüfung der personenbezogenen Daten wird dem Sarg ein feuerfester „Schamottestein“ mit Einäscherungsnummer und Krematoriumsnamen beigefügt. Jetzt besteht in manchen Krematorien die Möglichkeit, der Einäscherung beizuwohnen. Nach der Kremation wird schließlich die Asche des geliebten Familienmitglieds oder Freundes gemeinsam mit dem Stein in die Urne gegeben, die ebenfalls zuvor von den Angehörigen ausgesucht wurde. „Anschließend kann die Beisetzung der Urne im engen Familienkreis durch den Bestatter oder im Rahmen einer Trauerfeier erfolgen“, so Stahl.