Die Ruhezeiten für Gräber

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Die Gräber auf Friedhöfen werden nicht für die Ewigkeit vergeben, daher können sie auch nicht gekauft werden. Sie erwerben lediglich das Grabnutzungsrecht für einen bestimmten Zeitraum. Diesen Zeitraum nennt man Ruhezeit.

Warum gibt es eine Ruhezeit?

Die Ruhezeit hat zwei wichtige Gründe. Der eine ist kulturell bedingt. In unserem Kulturkreis ist es üblich der Toten zu gedenken, es gibt sogar eigene Feiertage, an denen der Toten gedacht werden soll. Mit dem Einhalten der Ruhezeit will man den Respekt vor den Toten betonen und den Trauernden einen Ort geben, der ganz allein ihren verstorbenen Angehörigen gewidmet ist.
Darüber hinaus gibt es aber auch einen pragmatischen Grund für die vorgeschriebene Ruhezeit: Es soll sichergestellt werden, dass Sarg und Leichnam des Verstorbenen vollständig zersetzt sind, bevor die Grabstelle neu vergeben wird.

Wie lange dauert die Ruhezeit?

Die Dauer der Ruhezeit ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, sondern wird von der Friedhofsverwaltung vorgegeben. Dabei können die Zeiten stark variieren, da sie hauptsächlich von der Bodenbeschaffenheit auf dem Friedhofsgelände abhängig sind.
Meist liegen die Ruhezeiten für Erwachsene zwischen 20 und 30 Jahren. Bei Kindergräbern liegt der Zeitraum in der Regel zwischen 15 und 20 Jahren.
Achtung: Die Ruhezeit beginnt mit jeder Bestattung neu. Das spielt insbesondere bei Familiengräbern eine Rolle, in denen die Familienmitglieder mit großem zeitlichem Abstand zueinander bestattet werden.
Um die genauen Ruhezeiten für eine Grabstätte auf Ihrem Friedhof zu erfragen, wenden Sie sich bitte an die entsprechende Friedhofsverwaltung.

Was passiert, wenn die Ruhezeit vorbei ist?

Bevor die Ruhezeit für ein Grab abläuft, für das Sie verantwortlich sind, wird die Friedhofsverwaltung Sie kontaktieren. Sie haben dann zwei Möglichkeiten: Sie können das Grab freigeben, dann wird hier eine neue Person bestattet. Die andere Möglichkeit ist, dass Sie die Grabnutzungsrechte verlängern und sich die Grabstelle erneut für einen bestimmten Zeitpunkt sichern.

Deutsche wählen den Friedhof als wichtigsten Bestattungsort

Wer die Berichterstattung über Bestattungen verfolgt, gewinnt den Eindruck, die Beisetzung auf dem Friedhof sei nur noch ein Randthema. Vielfältige neue Formen der Bestattung in Wäldern und andere extravagant anmutende neue Bestattungspraktiken werden präsentiert.

Das Kuratorium Deutsche Bestattungskultur wollte es genauer wissen und hat eine deutschlandweit Umfrage des Forschungsinstituts DIMAP beauftragt. Dabei zeigt sich, dass heute die Mehrheit die Feuerbestattung der Erdbestattung vorzieht, die Urne jedoch mit über 94 % auf den rund 32.000 Friedhöfen unseres Landes beigesetzt werden.

Pflegefreie Grabanlagen liegen im Trend

Trendenziell wünschen sich die Deutschen vor allem individuellere und pflegefreie Grabanlagen. Durch weit entfernt lebende Familien ist die traditionelle Grabpflege kaum zu realisieren. Vor allem ältere Menschen sprechen immer wieder den bangen Satz aus, sie wollten ihren Angehörigen nicht zur Last fallen. Leider wird dabei verkannt, dass sich ihre Angehörigen oft einen konkreten Trauerort wünschen, gerade wenn sie weit weg leben. 

Bestatter vermitteln Grabpflegevereinbarungen, die wesentlich günstiger sind als oft angenommen. Bestatter beraten Vorsorgende ausführlich und kostenfrei.

Der Friedhof ist ein Ort, an dem unsere Trauer Halt findet. Foto: ©photosbyash/istockphoto.com/BDB/akz-o

Positive Spiegelbilder unserer Gesellschaft

Friedhöfe sollen positive Spiegelbilder unserer Gesellschaft werden. In versöhnter Verschiedenheit kann es dann auf unseren Friedhöfen unterschiedliche Grabfelder geben, die Christen genauso beherbergen wie Menschen ohne eine religiöse Bindung oder auch Mitbürger, die aus fremden Kulturen bei uns Heimat gefunden haben.