Der Steinmetz

Michael Baudy / pixelio.de

Wer schon einmal einen Grabstein gekauft hat, der wird sich vielleicht gewundert haben, wie teuer so ein Grabstein sein kann. Ein Kostenfaktor hierfür ist die Arbeit des Steinmetzes.

Der Steinmetz ordert und bearbeitet den Grabstein

Das Ordern und Bearbeiten des gewünschten Grabsteins ist die erste Arbeit, die der Steinmetz für Sie erledigt. In der Regel können Sie aus einer vorhandenen Auswahl an Grabsteinsorten den richtigen Stein für sich aussuchen. Viele Steinmetze haben zusätzlich einen Katalog mit Steinsorten, aus denen Sie wählen können. Der Preis des rohen Steins selbst ist meist der größte Kostenfaktor.
Ist der Grabstein beim Steinmetz, bearbeitet er diesen nach Ihren Wünschen. Er setzt oder graviert nach Ihren Wünschen Grabsteinbeschriftung, Ornamente oder andere Elemente, die Sie sich auf dem Grabstein wünschen.

Der Steinmetz holt Genehmigungen ein

Viele Steinmetze nehmen Ihnen einen lästigen Schritt ab: Sie holen von der Friedhofsverwaltung die Genehmigung zum Aufstellen des Grabsteins ein. Die meisten Friedhofsverwaltungen behalten sich vor, die Grabsteine einzeln zu genehmigen. Manchmal sind die Kosten für diese Erlaubnis in den Friedhofsgebühren enthalten, manchmal müssen sie gesondert gezahlt werden. In diesem Fall stellt der Steinmetz Sie Ihnen in Rechnung.

Der Steinmetz stellt den Grabstein auf

Der Steinmetz fertigt den Grabstein nicht nur nach Ihren Wünschen an, er stellt ihn auch auf. Laut der in Deutschland geltenden Unfallverordnung müssen alle Grabsteine durch Fachpersonal aufgestellt werden. Der Grund hierfür ist naheliegend: Grabsteine stellen, schon aufgrund ihres Gewichts, ein recht hohes Unfallrisiko dar, wenn Sie nicht fachgerecht befestigt werden. Die Unfallverordnung schreibt außerdem vor, dass Grabsteine ein eigenes Fundament haben und damit fest im Boden verankert sind. Nur so kann das Umkippen eines Grabsteins dauerhaft verhindert werden.
Der Steinmetz transportiert den Grabstein also zur Grabstelle und verankert ihn fest im Boden, beide Arbeiten kosten ihn nicht nur Zeit, er braucht dafür auch spezielle Fahr- und Werkzeuge. Die Kosten hierfür fließen ebenfalls in die Grabsteinkosten ein.
Für Sie ist es letztlich nur von Vorteil, dass der Steinmetz das Aufstellen des Grabsteins übernimmt, denn so ist er letztlich auch verantwortlich, wenn der Grabstein doch einmal umkippen sollte und dadurch etwas beschädigt. Das gilt allerdings nur für den Fall, dass der Grabstein von vorneherein nicht richtig befestigt wurde.

Individuelle Grabmalgestaltung gewinnt an Bedeutung

Die Grabgestaltung ist in den letzten Jahrzehnten deutlich individueller geworden. Dies trifft insbesondere auf das Grabmal zu, denn es soll das Leben und die Persönlichkeit des Verstorbenen widerspiegeln. Oft entsteht solch ein Grabstein in enger Abstimmung zwischen Steinmetz und Kunde. 

Die Bestattungskultur hat sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt, ein Trend hin zu individuellen Grabmalen ist zu beobachten. Dieser Trend steht im Gegensatz zur anonymen Bestattung, die in vielen Regionen wieder rückläufig ist. Bei der Gestaltung treten seit einiger Zeit christliche Zeichen, Motive und Worte in den Hintergrund, moderne Formen, weltliche Zeichen und Symbole hingegen spielen eine immer wichtigere Rolle. Hinterbliebene wollen stärker mitgestalten als früher. Nicht zuletzt ist die Mitwirkung an der Gestaltung des Grabmals auch ein Teil der Trauerarbeit. Viele begreifen sie als einen letzten Dienst am Verstorbenen. Bei Auswahl und Gestaltung spielt der Preis für viele Hinterbliebene nicht die zentrale Rolle. Wenn Produkt und Angebot überzeugen, wählen Kunden durchaus anspruchsvoll gestaltete Grabmale, die die Einzigartigkeit des Verstorbenen zum Ausdruck bringen. Dabei werden vermehrt regionale Natursteine aus Deutschland und Europa nachgefragt, eine Entwicklung, die auf einen bewussteren Lebensstil vieler und das ökologische Umdenken allgemein zurückzuführen ist.

Ein Beispiel ist dieser Bestattungsgarten in Lübeck, ein Gemeinschaftsprojekt von Steinmetzen, Friedhofsgärtnern und der Friedhofsverwaltung. Die Individualität des Verstorbenen kann über die Grabmale zum Ausdruck gebracht werden, sieben Themengärten bieten verschiedene Möglichkeiten. Foto: BIV Steinmetze

Auch die Friedhöfe öffnen sich für neue Gestaltungsmöglichkeiten. Die Reglementierungen sind mittlerweile weniger streng. Neue, von Steinmetzmeistern gemeinsam mit Friedhofsgärtnern und -verwaltungen entwickelte Konzepte wie Memoriam-Gärten und Themengrabanlagen wurden bereits in vielen Gemeinden umgesetzt oder werden derzeit diskutiert. Auf den Friedhöfen entstehen dadurch neue Räume, die für viele Hinterbliebene eine attraktive Alternative zu herkömmlichen Anlagen darstellen.

Diese zeitgemäßen Angebote finden Anklang bei vielen Hinterbliebenen, die Nachfrage ist groß. Die Resonanz ist so positiv, dass viele Gemeinden die Umsetzung ähnlicher oder weiterer Angebote planen.

Eine Herausforderung sind kleinflächige Urnengräber, denn hier ist der Gestaltungsspielraum naturgemäß begrenzt. Trotzdem muss es nicht zwangsläufig die einfache Platte mit Namen und Lebensdaten sein. Auch im Kleinen ist Kreativität und Individualität möglich. BIV

 

 

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